Neujahrsempfang 2017

Veröffentlicht am 24.01.2017 in Ortsverein

Prof. Dr. Stefan Sell während seines Vortrags

Gelungener Jahresauftakt der SPD Linz

Am vergangenen Freitagabend fand der traditionelle Neujahrsempfang der SPD Linz statt. Als Gäste konnten Martin Diedenhofen (Bundestagskandidat des Wahlkreises Neuwied/Altenkirchen), Michael Mahlert (Bewerber um das Amt des Landrates des Kreises Neuwied) und Prof. Dr. Stefan Sell (Professor für VWL, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften am RheinAhrCampus Remagen) begrüßt werden. 

Prof. Dr. Stefan Sell ging während seines Vortrags auf die Herausforderungen des Demografischen Wandels ein. Sell brachte Folien mit Zahlen, Daten, Fakten auch zum Thema Zuwanderung mit, die seinen Vortrag stützten. So erfuhr das Publikum, dass die von der Gesellschaft wahrgenommene und von den Medien transportierte Flüchtlingssituation verzerrt wahrgenommen werde. Zwar kamen im Herbst 2015 und in den Folgemonaten fast eine Millionen Menschen nach Deutschland. Dies war jedoch die absolute Spitze. Heute seien es nicht einmal mehr 200.000 Menschen, die nach Deutschland kommen, um Schutz und eine neue Heimat zu finden. 

Was hat dies mit dem eigentlichen Thema des Vortrags zu tun? 

Fakt ist eben auch, dass die Bevölkerung in Deutschland immer mehr abnimmt. Jedes Jahr stirbt eine Großstadt. Rechnet man also die Vielzahl der Menschen, die in den vergangenen beiden Jahren nach Deutschland kam gegen, so stellt man fest, dass netto die Bevölkerung trotzdem abnimmt. 

Dies habe Folgen für die Wirtschaft, stellte Sell heraus. Deutschland sei auf Zuwanderung angewiesen, wenn es auch in Zukunft stabile ökonomische Verhältnisse vorzeigen möchte. Und auch für die Zukunft der Pflege hat die Demografische Entwicklung Folgen. Die Menschen der geburtenstarken Jahrgänge werden immer älter und sind in Zukunft auf Pflege angewiesen. Das System sei darauf nicht genügend vorbereitet. Die Zahl der Heimplätze sei heute schon viel zu niedrig. Gleichzeitig arbeiten die Pflegekräfte schon jetzt am Limit. Die sei ein unhaltbarer Zustand. 

Und auch die Altersarmut werde in den kommenden Jahren zunehmen. Dies liege vor allem an der derzeitigen Rentenformel nach der ein Mensch 45 Jahre ununterbrochen gearbeitet haben muss, um dann eine Rente knapp über der Grundsicherung erhalten zu können.

Wie erklärt man das der Bevölkerung?

Die Aufgaben für den anstehenden Wahlkampf sind klar: Die SPD muss sich auf ihre ursozidemokratischen Themen zurückbesinnen! Eine rundum sanierte und nicht nur durch "Reförmchen" verbesserte Rentenpolitik, sowie eine gute Bildungspolitik müssen die Topthemen für die anstehende Bundestagswahl und den damit verbundenen Wahlkampf sein auch als Antwort auf die erstarkenden populistischen Kräfte von AfD und Co.

Die Reaktionen des Publikums auf den Vortrag von Prof. Dr. Stefan Sell zeigten, dass die Themensetzung gelungen war. Anschließend blieb Zeit sich untereinander bei einem Glas Bier und einer Kleinigkeit zu Essen auszutauschen und den Abend Revue passieren zu lassen.

 

Foto: Stephan Ehrenberg

 

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